{"id":228,"date":"2020-03-25T15:29:02","date_gmt":"2020-03-25T14:29:02","guid":{"rendered":"http:\/\/thisisart-blog.com\/?p=228"},"modified":"2020-04-14T12:36:04","modified_gmt":"2020-04-14T11:36:04","slug":"elysium","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/thisisart-blog.com\/?p=228","title":{"rendered":"Prologue"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong><em>Elysium<\/em><\/strong><br><strong><em>Prologue<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Mit schnellen Schritten bewegte sich die vermummte Person fort, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen. Ob der Schutz der Identit\u00e4t galt oder schlicht weg gegen die K\u00e4lte k\u00e4mpfte war disputabel. Doch wer w\u00fcrde sich um diese fr\u00fche Uhrzeit schon zu einem solchen Disput aufraffen lassen? Wenn \u00fcberhaupt, w\u00fcrde ein einzelner Gedanke durch den Kopf meister streifen und verebben, bevor er \u00fcberhaupt Gestalt annehmen k\u00f6nnte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die dunkel gef\u00e4rbten Stiefel des morgendlichen Unbekannten schimmerten durch den Tau bedeckten Film der sich auf ihnen gebildet hatte, nachdem jeder Grashalm der k\u00fcrzlich durchquerten Wiese seinen Ballast abgegeben hatte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Dunst der \u00fcber dem Boden schwebte verlieh der Tageszeit eine noch tristere Stimmung, w\u00e4hrend er vor den Bewegungen der Person floh, nur um sich hinter ihr wieder zusammenzuschlie\u00dfen und daraufhin weiter kroch, um K\u00e4lte zu verbreiten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Wanderer hatte nun die Feldstra\u00dfe verlassen und eilte weiter in das vorliegende Dorf, das noch gro\u00dfteils von Schlaf \u00fcbermannt war. Kleine Wolken bildeten sich vor dem verdeckten Gesicht &#8211; der Atem schon fast kristallig. Wie niemals ausgesprochene Worte verschwand er in der Luft, als w\u00e4re seine Existenz von so kurzer Dauer gewesen, dass es unn\u00f6tig w\u00e4re, sie \u00fcberhaupt zu erw\u00e4hnen. Doch h\u00e4tte man ihm mehr Beachtung geschenkt, h\u00e4tte man das leise Fl\u00fcstern wahrgenommen, das nun in weite Ferne getragen wurde, ignoriert von der Welt und doch voller Botschaften vor denen sich die Ohren der Menschen verschlossen hatten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Doch die Person war sich der Ignoranz bewusst, weshalb die Sorge \u00fcber die Offenbarung ihrer Geheimnisse bereits im Keim erstickte und die Konzentration voll und ganz dem Weg und dem Ziel ihrer Reise galt.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Horizont begann die Sonne empor zu steigen und ihre Strahlen wanderten langsam \u00fcber das Land, als w\u00fcrden sie den Fremden willkommen hei\u00dfen wollen. Der Moment, in dem das Dorf St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck in ihr warmes Licht getaucht wurde, hatte etwas magisches an sich. Sie forderte all den Nebel dazu auf, die Dunkelheit mit sich zu nehmen und ihr Platz zu machen. Denn nun war das Licht gekommen. Die W\u00e4rme. Die Hoffnung, dass es immer einen n\u00e4chsten Morgen geben w\u00fcrde.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das Ger\u00e4usch der schnellen Schritte auf dem feuchten Kies verklang, denn der Fremde hatte inne gehalten. Man konnte sehen, wie sich sein Brustkorb in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden hob und wieder senkte. Ein stummer Rhythmus, der zur Idylle des Sonnenaufgangs passte. Die Person wurde ebenso in das Licht des Morgens getaucht. Der Schatten, der ihr von Anfang an gefolgt war, wurde nun immer l\u00e4nger und entfernte sich von ihr, als h\u00e4tte er verstanden, dass seine Kameradschaft nun weder erw\u00fcnscht, noch ben\u00f6tigt war.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit einer flie\u00dfenden Bewegung erhob der Unbekannte seine Hand, die von einem fingerlosen Handschuh bedeckt war. Die Kn\u00f6chel waren lila gef\u00e4rbt von den Wunden alter Zeit. Viel Gef\u00fchl in den Fingerspitzen existierte durch die K\u00e4lte nicht mehr, doch genug um die Kapuze zur\u00fcck zu ziehen. Schwerf\u00e4llig fiel sie nach hinten auf den restlichen Mantel und offenbarte was zuvor keiner erahnt hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Feuerrote Locken w\u00f6lbten sich hervor, entz\u00fcndet durch die Sonne. Als w\u00fcrde die unbekannte Frau Flammen auf ihrem Haupt tragen, beschritt sie stolz die letzten Meter bis zum Eingangstor des Dorfes, bis sie schlie\u00dflich vor der gro\u00dfen h\u00f6lzernen Pforte stand und mit den aufgesch\u00fcrften Fingerkn\u00f6cheln klopfend um Einlass bat.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Als der Pf\u00f6rtner ihr diesen gew\u00e4hren wollte, fiel sein noch leicht vom Schlaf getr\u00fcbter Blick jedoch nicht auf das Farbspektakel vor sich, sondern auf die milchig wei\u00dfen Augen die ihm funkelnd entgegen blickten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dies war auch das Letzte was er wahrnahm, bevor er wie durch einen Zauber bet\u00e4ubt zur\u00fcck in den Schlaf driftete, nicht mehr im Klaren dar\u00fcber, ob die Frau mit den flammenden Haaren und hagelwei\u00dfen Augen \u00fcberhaupt jemals an seine T\u00fcr geklopft hatte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>~ to be continued ~<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ElysiumPrologue Mit schnellen Schritten bewegte sich die vermummte Person fort, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen. 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