{"id":518,"date":"2020-04-14T12:35:10","date_gmt":"2020-04-14T11:35:10","guid":{"rendered":"http:\/\/thisisart-blog.com\/?p=518"},"modified":"2020-04-16T17:51:40","modified_gmt":"2020-04-16T16:51:40","slug":"chapter-one","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/thisisart-blog.com\/?p=518","title":{"rendered":"Chapter One"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong><em>Opia &#8211; when their eyes turned white<br>Chapter One<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Ein milder Sonnenschein fiel auf meine Haut, der eine willkommene W\u00e4rme darstellte. Vor allem nach den letzten Tagen, die haupts\u00e4chlich von K\u00e4lte und Frost in der Fr\u00fch und eisigem Wind am Abend gepr\u00e4gt waren. Heute war uns das Wetter zum ersten Mal seit Wochen gut gesinnt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ersch\u00f6pft richtete ich den rechten Tr\u00e4ger meines Rucksackes, um meine m\u00fcden Schultern zu entlasten, selbst wenn ich wusste, dass die Schmerzen nicht wirklich von meinem Gep\u00e4ckst\u00fcck kamen. Dieses war schlie\u00dflich seit geraumer Zeit eher leer als gef\u00fcllt\u2026 Mich w\u00fcrde es nicht wundern, wenn sich mittlerweile feine Spinnennetze darin gebildet h\u00e4tten. Vielleicht k\u00f6nnte ich sogar mein eigenes Echo h\u00f6ren, wenn ich hinein rufen w\u00fcrde?<\/p>\n\n\n\n<p>Ein belustigtes Schnauben entfloh mir bei dem Gedanken.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWas ist los? Hast du was gesehen?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Sofort schreckte ich hoch, als ich die Stimme meiner kleinen Schwester wahrnahm, die mir folgte. \u201eAlles gut,Bee. Nur ein dummer Gedanke\u2026\u201c Ich r\u00e4usperte mich und strich mir die braunen Haare aus meinem Gesicht, die sich immer aufs Neue dagegen wehrten in dem kleinen Zopf auf meinem Haupt zu bleiben. Das alte Haargummi war ohnehin zu kaputt, um meine volle Haarpracht zu z\u00e4hmen, dann k\u00f6nnten doch zumindest die paar Str\u00e4hnen aufh\u00f6ren zu rebellieren. War das wirklich zu viel verlangt?<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWie lange noch?\u201c, ert\u00f6nte es erneut hinter mir und ich konnte die Ersch\u00f6pfung aus ihren Worten heraush\u00f6ren. Selbst wenn ich es gewohnt war, zog es mir jedes Mal die Brust zusammen. Fabienne meckerte st\u00fcndlich \u00fcber ihre schmerzenden F\u00fc\u00dfe, ihren grummelnden Magen oder das Gef\u00fchl nicht sauber zu sein. Aber wer hatte heutzutage schon den Luxus, eines dieser Gef\u00fchle abzulegen? Wer t\u00e4glich Essen oder Wasser zur Verf\u00fcgung hatte, lebte quasi schon im Ritz Carlton der Welt.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEs wird in einigen Stunden dunkel und dann sollten wir uns nicht auf einer offenen Fl\u00e4che befinden.\u201c, meinte ich, w\u00e4hrend ich mich zu der J\u00fcngeren umdrehte und auf das Feld um uns herum deutete. \u201eWir versuchen im Wald ein sicheres Versteck zu finden, dann kannst du dich ausruhen\u2026\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dass wir uns dann auch um Nahrung k\u00fcmmern k\u00f6nnten, traute ich mich nicht zu erw\u00e4hnen, denn falsche Hoffnungen waren das Letzte was wir momentan brauchten. Wenn wir Gl\u00fcck hatten, w\u00fcrden wir auf einen kleinen Bach sto\u00dfen, um zumindest die Flaschen in meinem Rucksack aufzuf\u00fcllen.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Das blonde M\u00e4dchen seufzte und trottete lustlos weiter. Man mochte bei dem Anblick kaum glauben, dass sie bereits f\u00fcnfzehn Jahre alt war. Die Beschreibung <em>Kleinkind<\/em> h\u00e4tte genauso gut zutreffen k\u00f6nnen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eKomm, nicht mehr lang.\u201c, versuchte ich sie zu ermutigen und setzte mich auch wieder in Bewegung. \u201eZumindest war das Wetter heute gut. Ich bin mir sicher, die Nacht wird diesmal angenehmer.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eHoffentlich. Drau\u00dfen schlafen ist schei\u00dfe\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Sofort zuckten meine Augen zu ihr, doch ich biss mir auf die Zunge. Sie sollte nicht fluchen\u2026 doch das war wohl momentan unser kleinstes Problem. Mom und Dad h\u00e4tten mir jetzt eine Predigt gehalten von wegen, <em>ich sei ein Vorbild f\u00fcr sie<\/em>, <em>ich sollte ihr sowas nicht erlauben<\/em>, oder gar, dass sie das von mir h\u00e4tte.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein bitterer Geschmack machte sich in meinem Mund breit, wie jedes Mal, wenn ich an sie dachte.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Ich versuchte mich an den sch\u00f6nen Erinnerungen festzuhalten. Urlaube, die Abende an denen wir Spiele gespielt oder Filme zusammen geschaut hatten, unsere Geburtstage, Weihnachten\u2026 Gott, was ich gerade f\u00fcr Weihnachtskekse geben w\u00fcrde\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Aber es war schwierig, sich all das zu merken, wenn man nur noch ihre milchig-wei\u00dfen Augen sehen konnte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>G\u00e4nsehaut \u00fcberzog meine Arme und ein kalter Schauer lief mir den R\u00fccken hinab, wenn ich an den Anblick zur\u00fcck dachte. Die Menschen, die man sein Leben lang bei sich hatte, pl\u00f6tzlich als seelenlose Wesen. Als w\u00e4re nichts mehr da. Als w\u00e4ren sie tot\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Es war wie ein Virus der \u00fcber die Stadt gekommen war. Niemand wusste so wirklich, woher er kam oder was passiert war. Doch von einem Tag auf den anderen begannen die Menschen sich zu ver\u00e4ndern. Nachbarn schauten einem hinterher, als w\u00fcrden sie dich zum ersten Mal sehen. Trostlose, leere Blicke wurden ausgetauscht und die Unruhe war immer mehr gestiegen. Bis zu dem Tag, an dem ich mit meiner Mutter einkaufen war und die Frau vor uns ohne Vorwarnung wie angewurzelt in ihrer Bewegung eingefroren war und nach einigen Sekunden die Kassiererin attackiert hatte. Nicht genug damit\u2026 es war, als h\u00e4tte sie nicht vor sie zu verletzten &#8211; sondern auseinander zu rei\u00dfen. Mit H\u00e4nden und Z\u00e4hnen und Ger\u00e4uschen, die einem durch Mark und Bein fuhren. Ihre Augen vollkommen wei\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie war der erste Fall in unserer Umgebung gewesen, doch was auch immer es war, es hatte sich rasend schnell verbreitet. Als w\u00e4re die Apokalypse ausgebrochen. Der Tag, an dem meine Eltern ebenfalls zu diesen Wesen wurden, w\u00fcrde mir niemals wieder aus dem Kopf gehen\u2026 Wenn ich sch\u00e4tzen m\u00fcsste, w\u00fcrde ich sagen, das alles sei vor mehreren Monaten gewesen. Vielleicht schon einem halben Jahr. Vielleicht l\u00e4nger\u2026 Aber wer beh\u00e4lt die Tage schon im Auge.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich w\u00fcsste gerne, was danach passiert ist. Wo meine Freunde sind, die Leute, die wir kannten. Oder besser gesagt einst kannten\u2026 Waren sie noch am Leben? Konnten sie fliehen? Oder wanderten sie auch mit diesen leblosen K\u00f6rpern herum und attackierten ihre Mitmenschen?<\/p>\n\n\n\n<p>Wir hatten vor einigen Tagen eines dieser Wesen gesehen. Musste wohl schon l\u00e4nger die Farbe seiner Augen verloren haben, denn sein K\u00f6rper bestand mehr aus Haut und Knochen als irgendwas anderem. Als w\u00fcrde er am lebendigen Leibe verrotten. Wobei <em>lebendig<\/em> hier wohl das falsche Wort war.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht, dass ich w\u00fcsste, wie schnell ein K\u00f6rper beginnt zu verfallen &#8211; Biologie, oder in welchem Fach auch immer man sowas gelernt h\u00e4tte, war nie meine St\u00e4rke. Aber wenn keine \u00fcberlebenswichtigen Funktionen mehr da sind, sollte es wohl nicht allzu lange dauern.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Handys hatten wir auch schon lange nicht mehr bei uns, doch anfangs, bevor mein Akku gestorben war, hatte ich noch die M\u00f6glichkeit gehabt zu recherchieren und wurde mir dar\u00fcber im Klaren, dass in anderen Regionen bereits viel h\u00e4ufiger solche F\u00e4lle aufgetreten waren. Danach waren die Nachrichten abgebrochen, wie alles andere auch. Ich h\u00e4tte nicht gedacht, sowas ernsthaft mal zu vermissen. Allein \u00fcber eine Zeitung w\u00e4re ich schon froh. Aber wem will ich etwas vormachen? Nennt mir einen Menschen, der sich jetzt tats\u00e4chlich noch hinsetzten w\u00fcrde, um Artikel f\u00fcr die Au\u00dfenwelt zu verfassen.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn ich es mir so recht \u00fcberlegte, waren diejenigen, die genug Geld hatten, wahrscheinlich in sonst was f\u00fcr Bunkern untergebracht, um sich vor der Krankheit zu verstecken. Die anderen blieben wohl so gut es ging zuhause. Zumindest bis ihre Vorr\u00e4te zu Ende gingen\u2026 Heutzutage kam man sich vor, wie in einer Geisterstadt, wenn man mal durch anliegende Orte kam. Wir hatten versucht so schnell wie m\u00f6glich aus unserer Ortschaft rauszukommen. Wie es in den Gro\u00dfst\u00e4dten ausschaute, wollte ich gar nicht erst wissen.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Die ganze Situation war immer noch unglaublich surreal.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber um ganz ehrlich zu sein, w\u00e4re jemals eine Zombie-Apokalypse, wie man sie aus Filmen kennt, ausgebrochen &#8211; ich h\u00e4tte nicht gedacht, dass sie so ausschaut.<br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Opia &#8211; when their eyes turned whiteChapter One Ein milder Sonnenschein fiel auf meine Haut, der eine willkommene W\u00e4rme darstellte. Vor allem nach den letzten Tagen, die haupts\u00e4chlich von K\u00e4lte und Frost in der Fr\u00fch und eisigem Wind am Abend gepr\u00e4gt waren. 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