{"id":532,"date":"2020-04-16T15:00:18","date_gmt":"2020-04-16T14:00:18","guid":{"rendered":"http:\/\/thisisart-blog.com\/?p=532"},"modified":"2020-04-17T18:29:31","modified_gmt":"2020-04-17T17:29:31","slug":"chapter-two","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/thisisart-blog.com\/?p=532","title":{"rendered":"Chapter Two"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center\"><em><strong>Opia &#8211; when their eyes turned white<br>Chapter Two<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Ein dumpfes Ger\u00e4usch ert\u00f6nte, als ich die Holzscheite aufeinander fallen lie\u00df, was kleine rote Funken dazu veranlasste in alle Richtungen davon zu toben und tanzend in den Nachthimmel zu steigen, wo sie bald darauf erloschen. Fabienne hatte es sich neben dem kleinen Feuer bereits bequem gemacht und w\u00e4rmte dankbar ihre H\u00e4nde daran. Selbst wenn es deutlich angenehmere Temperaturen hatte als an den Tagen davor, durfte man die Nacht nicht untersch\u00e4tzen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eCora? Haben wir noch was zu essen..?\u201c, fragte meine Schwester mich nun und wandte mir ihren Blick zu. Hoffnungsvolle blaue Augen starrten mir L\u00f6cher in meine ohnehin von Schuldbewusstsein gepr\u00e4gte Seele und, obwohl ich die Antwort bereits wusste, griff ich trotzdem nach meinem Rucksack, \u00f6ffnete ihn und begutachtete den Inhalt besonders genau.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwei Wasserflaschen, eine davon noch mit etwa zwei Schluck gef\u00fcllt, Papiere und Verpackungen von M\u00fcsli-Riegeln, eine Taschenlampe, meine M\u00fctze und eine Packung Streichh\u00f6lzer, sowie mein Schl\u00fcsselbund. Es hatte sich zu seltsam angef\u00fchlt ihn wegzuwerfen, weshalb er nun immer noch am Boden der Tasche verweilte.<\/p>\n\n\n\n<p>Am liebsten h\u00e4tte ich f\u00fcr alle Ewigkeit in die Dunkelheit hinein gestarrt. Alles war besser, als meiner Schwester wieder in die Augen schauen zu m\u00fcssen, um ihr zu erkl\u00e4ren wie rar unsere Ausbeute war.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir- finden morgen sicher was. Versuch einfach zu schlafen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ich konnte an ihrer nicht vorhandenen Antwort genau erkennen, was sie sich dachte, doch selbst wenn ich mir w\u00fcnschte so auf sie aufpassen zu k\u00f6nnen, wie es von mir verlangt war\u2026 wie sollte das m\u00f6glich sein, wenn die halbe Bev\u00f6lkerung zu gehirnlosen, menschenfressenden Monstern geworden war?<\/p>\n\n\n\n<p>War nicht so als ob ich mir ausgesucht h\u00e4tte vor meinen eigenen Eltern zu fl\u00fcchten, bevor sie mir wei\u00df Gott was abgebissen h\u00e4tten\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Fabienne hatte sich bereits auf den Boden neben dem Lagerfeuer gelegt und die Augen geschlossen, sichtlich missmutig \u00fcber die Situation. Aber solang sie mir vertraute, dass alles gut werden w\u00fcrde, konnte ich sie durch Zeiten wie diese bringen. Wie lang das jedoch noch gut gehen w\u00fcrde, stand in den Sternen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich w\u00fcnschte, ich h\u00e4tte ihr versprechen k\u00f6nnen, dass ich immer auf sie aufpassen w\u00fcrde. Aber offensichtlich war ich nicht in der Lage dazu gewesen, sonst w\u00e4re ich nicht von ihrem spitzen Schrei geweckt worden und der Sicht einer Pistole vor meinen Augen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wann ich von dem flackernden Licht der Flammen eingeschlafen war, konnte ich nicht sagen. Nur, dass es nicht h\u00e4tte passieren d\u00fcrfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein Herz begann zu rasen, als ich versuchte die Situation erkennen zu k\u00f6nnen, was jedoch nicht so einfach war, in Anbetracht der Tatsache, dass eine Schusswaffe auf mich gerichtet war. Auch ein Gef\u00fchl, an das man sich erst gew\u00f6hnen muss.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch die Dunkelheit war es schwer die Personen vor mir zu erkennen, doch ich meinte einen Jungen und ein M\u00e4dchen ausmachen zu k\u00f6nnen, wahrscheinlich nicht viel \u00e4lter als ich selbst.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eBitte\u2026\u201c, versuchte ich anzusetzen, wurde jedoch sofort grob unterbrochen. \u201eWas wollt ihr hier!? Wer hat euch geschickt?\u201c Die Pistole, die der Junge auf mich gerichtet hatte, kam noch n\u00e4her an meine Stirn.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Im Hintergrund h\u00f6rte ich Fabienne aufschluchzen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir sind nur auf der Durchreise.\u201c, erkl\u00e4rte ich mit zittriger Stimme. \u201eWir haben selber nichts mehr zu essen, wir k\u00f6nnen euch nichts geben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Man konnte den beiden Fremden sichtlich anmerken, dass sie mindestens genauso angespannt waren von der Situation wie wir, doch nachdem sie verunsicherte Blicke ausgetauscht hatten und das M\u00e4dchen uns genauer begutachtet hatte, senkten beide langsam ihre Waffen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Junge musterte mich argw\u00f6hnisch. \u201eIhr habt nicht mal ein Taschenmesser dabei, obwohl im Grunde genommen gerade die Welt untergeht &#8211; wie \u00fcberlebt ihr?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ja gut\u2026 das war ein valider Punkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine stumme Antwort war mir wohl trotzdem im Gesicht abzulesen, denn mein Gegen\u00fcber musste mit dem Mundwinkel zucken. Auch das M\u00e4dchen, das meine Schwester bedroht hatte, half dieser nun auf. \u201eDie zwei sind wirklich keine Bedrohung\u2026 haben selber wahrscheinlich weniger Ahnung, was passiert, als die Rehe hier im Wald.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Erneut.<br>Valider Punkt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIhr seid wahrscheinlich echt hungrig\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Bevor ich auch nur ansetzten konnte ihm zu antworten, grummelte mein Magen, was Best\u00e4tigung genug war. Ganz zu schweigen von Fabiennes kugelrunden Augen, wenn sie auch nur an Essen dachte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eKommt mit\u2026 ihr k\u00f6nnt bis morgen erst mal bei uns bleiben. Wir haben noch genug f\u00fcr alle.\u201c Sein Blick wanderte zwischen Bee und mir hin und her. \u201eDann sehen wir weiter.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Wahrscheinlich h\u00e4tte ich mal wieder mehr Vorsicht an den Tag legen sollen, doch der Gedanke, vielleicht endlich wieder vern\u00fcnftig essen zu k\u00f6nnen, war zu verlockend. Au\u00dferdem\u2026 wenn wir demn\u00e4chst nicht per Zufall an einer verlassenen Tankstelle oder einem Laden vorbei gekommen w\u00e4ren- ich wollte eigentlich gar nicht dar\u00fcber nachdenken.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Jagen lernen<\/em> setzte sich auf meiner \u201eWie \u00fcberleben wir eine Zombie Apokalypse im einundzwanzigsten Jahrhundert?\u201c- Liste ganz nach oben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich erhob mich nun auch und schulterte meinen Rucksack, dann folgte ich den beiden, wortlos, trotzdem ihre Waffen ganz genau im Auge behaltend.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch bin \u00fcbrigens Teddy. Und das-\u201c, er nickte zu dem M\u00e4dchen, das &#8211; wie ich nun erkennen konnte &#8211; erdbeerblondes Haar hatte. \u201eist Ivy. Sorry nochmal wegen vorhin\u2026 man kann nie vorsichtig genug sein.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ich nickte zustimmend, selbst wenn wir wohl beide wussten, dass ich diese Einstellung erst erlernen musste. \u201eCoralie\u2026\u201c, meinte ich nun leise, um mich ebenfalls vorzustellen. \u201eFabienne ist meine kleine Schwester\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eFranz\u00f6sisch, hm\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ich nickte. \u201eMeine Mutter kam urspr\u00fcnglich aus Marseille. Ist als sie mit mir schwanger war aber mit meinem Vater zur\u00fcck nach Cleveland gezogen. Er hat dort als Architekt gearbeitet und konnte nicht wirklich in Frankreich bleiben, also\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Teddy antwortete einige Zeit lang nicht, weshalb ich schon fast davon ausgegangen war, dass das Gespr\u00e4ch beendet war. Doch er erhob seine Stimme erneut: \u201eIch nehme mal an euren Eltern ist es \u00e4hnlich ergangen wie den meisten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ich nickte nur, denn das Thema war nicht unbedingt eines \u00fcber das ich mitten in der Nacht mit jemandem reden wollte, der mir vor einigen Minuten noch eine Knarre an den Kopf gehalten hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Wanderung durch den finsteren Wald erstreckte sich noch etwa \u00fcber zwanzig Minuten. Ich wollte gerade nachfragen, wie lange wir noch gehen m\u00fcssten, als ich die Umrisse eines hohen Zaunes erkannte.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eHome, sweet home\u2026\u201c, murmelte Teddy und \u00fcbernahm erneut die F\u00fchrung, um zu einem etwas rostig aussehenden Tor zu gehen und dieses f\u00fcr uns offen zu halten, nachdem er die dicken Stricke, die wohl der Sicherung dienten, gel\u00f6st hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor mir offenbarte sich eine Holzh\u00fctte, die mich sehr an das Landhaus meiner Tante erinnerte.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie es ihr wohl ging..?<\/p>\n\n\n\n<p>Der Garten davor schien verwildert und ungepflegt zu sein, doch wer war ich schon, mich \u00fcber solche Kleinigkeiten aufzuregen, wenn drau\u00dfen scheinbar untote Menschen herumliefen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Hintergrund konnte man wahrnehmen, wie Ivy das Tor wieder schloss und an dem Balken daneben festband, ehe sie uns folgte und bedeutete die H\u00fctte zu betreten.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf den ersten Blick schien auch der Innenbereich eher rustikal zu sein. Mein Vater h\u00e4tte wohl bereits seinen zweiten emotionalen Zusammenbruch erlitten und von gesch\u00e4ndeter \u00c4sthetik geredet. Er war immer mehr der moderne type-of-guy gewesen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Im hinteren Winkel befand sich eine Treppe, die wohl in den zweiten Stock f\u00fchrte, w\u00e4hrend vor uns ein Esstisch mit anliegendem Sofa zu sehen war, was von Teddy liebevoll als <em>Wohnk\u00fcche<\/em> vorgestellt wurde.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Licht wurde nur von zwei deutlich benutzten Kerzen gespendet, die in der Mitte des Tisches ihren Platz gefunden hatten und nun die vielversprechend aussehenden K\u00e4sten an der Wand beleuchteten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Und zum Gl\u00fcck wurden meine Erwartungen nicht getr\u00fcbt, denn kaum zehn Minuten sp\u00e4ter sa\u00dfen wir zu viert am Tisch, jeder \u00fcber eine Sch\u00fcssel <em>canned beans<\/em> gebeugt.<\/p>\n\n\n\n<p>Man merkte, dass meine Schwester sofort wieder redelustiger wurde, sobald ihr Magen dies nicht mehr f\u00fcr sie \u00fcbernahm.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAlso\u2026 Teddy\u2026 das ist nicht dein wirklicher Name, oder?\u201c Sie musterte ihn mit etwas zusammengekniffenen Augen, als ob sie so besser die Antwort aus ihm heraus kriegen w\u00fcrde. \u201eIch meine- ich werde auch meistens Bee genannt, aber nur weil Fabienne viel zu lang ist. Wer mag schon gern lange Namen. Aber es kommt mir doch sehr abwegig vor, dass sich Eltern tats\u00e4chlich denken w\u00fcrden, es sei eine gute Idee, ihren Sohn nach einem Pl\u00fcschtier zu benennen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ich stie\u00df sie unter dem Tisch mit meinem Fu\u00df an und warf ihr einen warnenden Blick zu, worauf ich jedoch nur ein emp\u00f6rtes \u201eWas!? Ich frage doch nur!\u201c erhielt.<\/p>\n\n\n\n<p>Teddy schien abzuw\u00e4gen ob er die Frage beantworten sollte oder nicht, seufze schlie\u00dflich jedoch und grummelte: \u201eKurz f\u00fcr Theodore\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWie so ein richtiger Prinz!\u201c, lachte Bee daraufhin, erntete von ihrem Gegen\u00fcber aber nur einen Blick, der soviel bedeutete wie: \u201eBelassen wir es dabei.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Nun richtete sich meine Aufmerksamkeit dem vierten Mitglied am Tische zu.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eGibt\u2019s zu deinem Namen auch ne versteckt royale Geschichte?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ivy wurde etwas rot, was in der Dunkelheit zwar kaum erkennbar war, aber durch ihr blasses Gesicht sehr wohl hervor trat.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAhm\u2026\u201c Sie r\u00e4usperte sich. \u201eMeine Eltern waren einfach sehr versessen mit DC Comics\u2026 Poison Ivy und so\u2026 nichts wirklich Besonderes.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Sofort erhellte sich das Gesicht meiner Schwester. \u201eNo way! Oh mein Gott! Es war voll lange unklar, ob ich ein M\u00e4dchen oder ein Junge werde, deshalb wollte unser Dad mir einen Namen geben, der f\u00fcr beide Geschlechter gepasst h\u00e4tte.\u201c Sie lachte auf. \u201eW\u00e4re meine Mutter nicht so durchsetzungsf\u00e4hig gewesen, w\u00fcrden hier jetzt Poison Ivy und Harley Quinn am Tisch sitzen!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ich glaube es ist unn\u00f6tig zu erw\u00e4hnen, dass so ziemlich alle verbliebenen Anspannungen an dem Abend mit diesem Satz zunichte gemacht wurden\u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Opia &#8211; when their eyes turned whiteChapter Two Ein dumpfes Ger\u00e4usch ert\u00f6nte, als ich die Holzscheite aufeinander fallen lie\u00df, was kleine rote Funken dazu veranlasste in alle Richtungen davon zu toben und tanzend in den Nachthimmel zu steigen, wo sie bald darauf erloschen. 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