{"id":548,"date":"2020-04-18T14:27:26","date_gmt":"2020-04-18T13:27:26","guid":{"rendered":"http:\/\/thisisart-blog.com\/?p=548"},"modified":"2020-04-18T14:28:35","modified_gmt":"2020-04-18T13:28:35","slug":"chapter-three","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/thisisart-blog.com\/?p=548","title":{"rendered":"Chapter Three"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center\"><em><strong>Opia &#8211; when their eyes turned white<br>Chapter Three<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Das Abendessen war gem\u00fctlich verlaufen und ich h\u00e4tte die fahlen Bohnen jedem f\u00fcnf Sterne Men\u00fc vorgezogen. Wir sa\u00dfen noch alle zusammen, nachdem wir Ivy geholfen hatten die Teller zu waschen, was angesichts der Tatsache, dass es kaum flie\u00dfendes Wasser in der H\u00fctte gab, schwieriger war als erwartet.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWann habt ihr das erste mal einen gesehen..?\u201c, hatte Ivy im Endeffekt das Thema eingeleitet, das ohnehin unvermeidbar war. Ich meine, wor\u00fcber sonst sollte man sich heutzutage unterhalten? Fu\u00dfball?<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIm Supermarkt. Ich glaube, sie war die erste in unserer Gegend. Unsere Eltern waren aber- naja\u2026 wir sind sehr schnell von dort weg. Deshalb auch das- unglaublich brauchbare survival kit.\u201c Ich machte eine ausschweifende Handbewegung in Richtung meines Rucksackes und erntete ein belustigtes Schnauben von Teddy.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch hab schon einige Rastlose gesehen\u2026 begegnen einem ja mittlerweile auf jeder Stra\u00dfe.\u201c<br>\u201eRastlose? Nennt ihr sie so?\u201c<br>Ivy nickte. \u201eZombies h\u00f6rt sich zu\u2026 fiktiv an\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Dem konnte ich tats\u00e4chlich nur zustimmen. Eigentlich gar kein so schlechter Name. Unser blendender Einfall war bis jetzt einfach <em>Wesen. <\/em>Das sprach ich besser nicht aus.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAber solange wir hier sind und keinen L\u00e4rm verursachen, ist alles gut.\u201c, f\u00fchrte Teddy seinen Bericht fort, was mich jedoch sofort die Stirn runzeln lie\u00df.<br>\u201eWieso L\u00e4rm?\u201c<br>Ivy tauschte mit ihm einen Blick aus. \u201eWow\u2026 ihr habt echt noch keine Ahnung von den Dingern, oder?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Leicht besch\u00e4mt sch\u00fcttelte ich den Kopf, was Teddy dazu veranlasste sich zur\u00fcckzulehnen und erneut das Wort an sich zu nehmen: \u201eRastlose reagieren auf auditive Reize. Sie folgen Ger\u00e4uschen.\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eUnd Ger\u00fcchen.\u201c, warf seine Freundin ein.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eStimmt. Auch Ger\u00fcchen. Aber sobald ihre Augen wei\u00df sind, sehen sie nichts mehr. Deswegen kommt es auch vor, dass Leute, die kurz vor der Wandlung stehen, beziehungsweise erst vor kurzem so geworden sind, teilweise trotzdem attackiert werden, weil die Dinger den Unterschied noch nicht riechen k\u00f6nnen. Hat dann auch erkl\u00e4rt, als ich die zerfetzen Kleidungsst\u00fccke gesehen hab, die sie tragen. Aber was sie besonders wild zu machen scheint, ist Blut. Wir haben vor kurzem gesehen, wie sie regelrecht ausgerastet sind wegen eines toten Rehs im Wald. Je <em>frischer<\/em> sie noch sind, desto schneller k\u00f6nnen sie rennen. Und glaub mir, du willst nicht von so einem Etwas gejagt werden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Mir lief ein kalter Schauer den R\u00fccken herab. Ivy hatte Recht behalten\u2026 wir wussten nichts \u00fcber diese Wesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Fabienne war mal wieder die einzige am Tisch, deren Gedanken etwas anders ausgelegt waren. \u201eAber wenn sie auf Blut so stark reagieren\u2026 hei\u00dft das\u2026-\u201c<br>Teddy schien einen Moment zu brauchen, um zu verstehen, was sie versuchte zu implizieren, bevor seine Augen sich weiteten und er rot anlief. \u201eDas- ahm\u2026 keine Ahnung\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die unangenehme Stimmung surrte praktisch in der Luft \u00fcber uns, weshalb ich schnell versuchte, das Thema zu wechseln. \u201eAlso\u2026 woher kennt ihr euch eigentlich? Wieso genau diese Jagdh\u00fctte?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der braunhaarige Junge war sichtlich erleichtert, \u00fcber etwas anderes reden zu k\u00f6nnen. \u201eIvy ist meine Cousine. Ihre Mutter arbeitet als Stewardess, deshalb war sie oft bei uns. Mein Vater hat mir immer Updates gegeben, als alles begonnen hat komisch zu werden\u2026 arbeitet bei den FEDs. Urspr\u00fcnglich in Washington, wurde dann aber in Brooklyn eingesetzt, wo wir seit einigen Jahren wohnen. Also gar nicht so weit weg von Cleveland.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ich nickte leicht. \u201eIch sch\u00e4tze mal, dass das der Grund ist, warum du ne Pistole bedienen kannst? Bitte sag ja, sonst w\u00e4re die Situation vorhin noch beunruhigender gewesen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ich zuckte auf meinen Kommentar hin mit dem Mundwinkel. \u201eJa, keine Sorge. Dad hat mir, als ich sechzehn war, das erste Mal gezeigt, wie man die Dinger h\u00e4lt und im Notfall bedient. Durfte nat\u00fcrlich nie mit echten Patronen schie\u00dfen. Zu meinem neunzehnten Geburtstag hat er mir eine eigene geschenkt. Ich wei\u00df, irgendwo gruselig\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eUnd deine Mutter?\u201c, brachte sich nun auch Fabienne ein.<br>Er musterte die J\u00fcngere kurz, ehe er antwortete: \u201eKeine Ahnung, hat uns verlassen, als ich noch ein Baby war. Kann mich nicht an sie erinnern.\u201c Er r\u00e4usperte sich kurz und schien sich wieder zu fassen.<br>\u201eIn den Ferien war ich oft mit meinem Dad campen. Deshalb kannte ich diese H\u00fctte hier auch. Ivy\u2019s Mutter war gerade bei einem Flug nach Portugal eingesetzt und als ihr Vater Anzeichen gezeigt hat, hat sich Ivy auf seine Anweisungen hin sofort in den n\u00e4chsten Zug gesetzt, um zu uns zu kommen. Mein Vater wurde aber zu einem neuen Einsatz eingezogen, keine Ahnung ob es ihn auch erwischt hat\u2026\u201c<br>Seine Stimme wurde zum Ende hin leiser und ein betr\u00fcbter Schatten fiel \u00fcber seine ohnehin schon dunklen Augen.&nbsp;<br>Als w\u00e4re er pl\u00f6tzlich gar nicht mehr bei uns, strich er sich seine Haare zur Seite, so dass man seinen Side-cut deutlich erkennen konnte. Doch seine Gedanken hatten ihn eindeutig in ihrer Tiefgr\u00fcndigkeit gefangen genommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ivy schien dies auch bemerkt zu haben, denn sie f\u00fchrte die Erz\u00e4hlung f\u00fcr ihn fort. \u201eAls immer mehr Leute sich ver\u00e4ndert haben, dachten wir, es sei kl\u00fcger, die Stadt zu verlassen. Die H\u00fctte hier schien f\u00fcr den Anfang am sichersten zu sein. Wir sind anfangs eigentlich davon ausgegangen, dass sich das alles nach einigen Wochen wieder legen w\u00fcrde\u2026\u201c<br>Sie brauchte den Satz nicht beenden. Wir wussten alle, wie die Realit\u00e4t mittlerweile aussah.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNaja\u2026 jetzt sind wir hier. Zum Gl\u00fcck kennt sich Teddy mit vielen Sachen aus, die hier drau\u00dfen echt n\u00fctzlich sein k\u00f6nnen. Aber es ist trotzdem immer noch ein eigenartiges Gef\u00fchl, versteht ihr\u2026?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJa\u2026\u201c, murmelte ich und wurde selbst in das Gef\u00fchl zur\u00fcckversetzt, wie es gewesen war, zum ersten Mal diese Kreaturen zu sehen, die so schnell von einst sterblichen Menschen zu untoten Monstern geworden waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Ruhe legte sich \u00fcber eine Gruppe. Nicht unbedingt die unangenehme Art des gegenseitigen Anschweigens, wo man unsicher ist, wie das Gespr\u00e4ch weitergef\u00fchrt werden k\u00f6nnte. Es war eher das Gef\u00fchl das aufkam, wenn ein langes Gespr\u00e4ch beendet wurde und jeder noch \u00fcber die Sachen nachdachte, die gesagt worden waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Umso angenehmer war es, als wir beschlossen, dem Tag sein Ende zu g\u00f6nnen und uns dem wohlverdienten Schlaf zu widmen, der so dringend n\u00f6tig war.<\/p>\n\n\n\n<p>Ivy hatte uns noch \u00fcber die knarzende Holztreppe hinauf gef\u00fchrt und uns eines der Zimmer gezeigt, in dem wir n\u00e4chtigen konnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Erst als ich im Bett lag, merkte ich, wie sehr die M\u00fcdigkeit bereits an mir nagte. Da blendete man auch problemlos die harte Matratze und die l\u00f6chrige Decke aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Verwunderlich war es jedoch trotzdem nicht, als ich noch hellwach war, nachdem meine kleine Schwester bereits tief und fest an mich gekuschelt schlief. Zu viele Gedanken rasten mir noch durch den Kopf und wollten einfach nicht anhalten, selbst wenn sie sich gegenseitig schon dutzende Male gekreuzt hatten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Drau\u00dfen h\u00f6rte man das leise Rauschen der B\u00e4ume, durch die ein sanfter Wind hindurchzog der das Laub am Boden auf seine Reise mitnahm.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Irgendwo au\u00dferhalb dieser sicheren vier W\u00e4nde wanderten Rastlose umher, ohne ein wirkliches Ziel zu haben. Doch es wurde ihnen verwehrt, Ruhe zu finden. <br>\nOhne Sicht oder dem Anflug von Gef\u00fchlen, ohne Gedanken, ohne Leben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ein eisiger Schauer \u00fcberkam mich.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich konnte mir nichts Schlimmeres vorstellen, als so zu enden\u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Opia &#8211; when their eyes turned whiteChapter Three Das Abendessen war gem\u00fctlich verlaufen und ich h\u00e4tte die fahlen Bohnen jedem f\u00fcnf Sterne Men\u00fc vorgezogen. 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